Asiatische Hornisse bekämpfen: Fachwissen für Profis

Einwanderung & rechtlicher Rahmen
Ursprünglich stammt die Vespa velutina aus Südostasien. Über den Import von Handelswaren gelangte die Art nach Europa. In Deutschland sind inzwischen nahezu alle Bundesländer betroffen, doch flächendeckend kommt sie bislang vor allem im Westen und Südwesten des Landes vor.
Da die Asiatische Hornisse inzwischen in vielen Regionen als „etablierte invasive Art“ gilt, besteht keine generelle Meldepflicht mehr. Trotzdem sollten Sichtungen oder Nestfunde weiter gemeldet werden, um den Bestand zu beobachten. Die Bekämpfung darf nur durch geschulte Fachkräfte erfolgen, die über Sachkunde nach der Biozidverordnung und dem Tierschutzrecht verfügen. Eigenmächtige Maßnahmen durch Privatpersonen sind nicht zulässig.
Spezifische Hinweise für ausgewählte Regionen
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Rheinland-Pfalz: In RP kann man Sichtungen über den ArtenFinder melden.
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Baden-Württemberg: Das Landesportal bietet eine Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW).
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Restliche Länder: Viele Bundesländer haben eigene Portale oder beauftragen Umweltbehörden mit Meldesystemen.
Wenn Nester gefunden werden, ist eine Meldung fast überall erwünscht, auch wenn sie nicht mehr verpflichtend ist. Sie dient dem Monitoring und der Steuerung der Ausbreitung.
So unterscheiden Sie Vespa velutina von der heimischen Hornisse
Zwar ähnelt die Asiatische Hornisse auf den ersten Blick der heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro), doch einige Merkmale helfen bei der schnellen Unterscheidung:
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Körperfärbung: Die Asiatische Hornisse wirkt insgesamt dunkler. Hinterleib und Brust sind fast schwarz, mit einem breiten, gelb-orangefarbenen Segment in der Mitte des Hinterleibs.
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Beine: Auffällig gelb gefärbt – bei der heimischen Hornisse sind sie rotbraun.
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Größe: Etwas kleiner, meist zwischen 2 und 3 cm.
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Nester: Birnenförmig und ockerfarben. Sie hängen häufig in Baumkronen oder an Gebäuden, die Sommer- oder Sekundärnester oft in 10 m Höhe oder mehr. Das Einflugloch befindet sich seitlich.
Wichtig: Die heimische Hornisse steht unter besonderem Schutz und darf ohne Genehmigung der zuständigen Behörde nicht bekämpft werden. Eine eindeutige Bestimmung ist daher Grundvoraussetzung, bevor Sie eingreifen.
Warum die Asiatische Hornisse problematisch ist
Die Asiatische Hornisse gilt als invasive Art. Sie jagt wie ihre Verwandten gezielt andere Insekten – auch Honigbienen –, wodurch sie ein Risiko für Imkereien und die heimische Artenvielfalt darstellt. Für die Aufzucht der Larven werden Proteine benötigt, ca. 11 kg/Jahr an Insekten und Spinnen, bei großen Völkern kann es auch deutlich mehr sein. Für den Menschen besteht normalerweise keine größere Gefahr als bei heimischen Wespen, allerdings verteidigen die Tiere ihr Nest und gerade in dicht besiedelten Gebieten oder bei Nestern an Gebäuden besteht daher Handlungsbedarf.
In Deutschland wird die Art mittlerweile kontrolliert gemanagt. Die Entfernung von Nestern bleibt dennoch wichtig, um die Ausbreitung zu bremsen und Gefahrenstellen zu entschärfen.
Vorgehen in der Praxis: So bekämpfen Sie die Asiatische Hornisse
Die Bekämpfung ist anspruchsvoll und sollte nur von Fachbetrieben mit entsprechender Ausrüstung und Sachkunde durchgeführt werden. Ein planvolles Vorgehen verhindert Risiken für Menschen, Tiere und Umwelt.
Schritt 1: Fund melden und Lage prüfen
Bei einem Verdacht sollte der Fund immer gemeldet werden – etwa an die Untere Naturschutzbehörde oder das jeweilige Landesportal (z. B. LUBW in Baden-Württemberg oder ArtenFinder in Rheinland-Pfalz). So unterstützen Sie das Monitoring und vermeiden Doppelmaßnahmen.
Schritt 2: Risikobewertung
Vor der Bekämpfung steht eine gründliche Einschätzung:
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Wo befindet sich das Nest (Höhe, Umgebung, Zugänglichkeit)?
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Besteht Gefahr für Menschen oder Nutztiere?
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Ist das Nest mit vertretbarem Aufwand erreichbar?
Schritt 3: Nestentfernung
Die effektivste Methode ist die mechanische Entfernung oder Zerstörung des Nestes – idealerweise in den frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden, wenn die Tiere im Nest sind. Dafür benötigen Sie:
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Vollschutzanzug mit Hornissenhaube
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Absauggerät oder Sprühausrüstung mit Reichweite
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ggf. Hubsteiger oder Teleskoplanze
Das Nest sollte nach der Behandlung vollständig entfernt und unschädlich gemacht werden, um Nachbesiedlungen zu vermeiden.
Schritt 4: Chemische Bekämpfung
Wo mechanische Maßnahmen nicht möglich sind – etwa bei schwer zugänglichen Nestern – kann ein Insektizid-Schaum oder Insektizid-Spray eingesetzt werden. Zugelassen sind in Deutschland derzeit nur wenige Präparate, meist auf Basis von Pyrethroiden oder Pyrethrinen. Entscheidend ist, dass das Mittel eine gültige Biozidzulassung für den Außenbereich und für die Bekämpfung von Wespen besitzt.
Die Anwendung erfolgt gezielt direkt ins Nest, nie flächig. Schutzmaßnahmen und Abstand zu Gewässern sind einzuhalten.
Schritt 5: Nachkontrolle
Nach der Behandlung mit Dokumentation sollte der Standort einige Tage beobachtet werden. Einzelne Nachzügler können sich noch zeigen und eine Nachbehandlung benötigen.
Fallen und alternative Methoden – sinnvoll oder nicht?
Immer wieder werden Lockfallen oder Köderlösungen beworben, um Asiatische Hornissen abzufangen. Fachlich ist das jedoch mit Vorsicht zu bewerten. Viele Fallen sind nicht selektiv und gefährden auch heimische Insektenarten. Zudem darf eine Bekämpfung nur erfolgen, wenn sie keine geschützten Arten beeinträchtigt. Für Monitoring-Zwecke oder in Imkereien können solche Systeme unter behördlicher Genehmigung eingesetzt werden, nicht jedoch als Standardmaßnahme im Stadt- oder Privatbereich.
Kurz gesagt: Fallen sind bestenfalls eine unterstützende Maßnahme, aber kaum ein alleiniges Bekämpfungsmittel.
Ausrüstung & Mittel für die professionelle Anwendung
Für Fachbetriebe empfiehlt sich eine Kombination aus technischer Ausrüstung und geeigneten Bioziden. Im PPS-Sortiment finden Sie hierfür bewährte Produkte, die sich auch bei der Hornissenbekämpfung einsetzen lassen – selbstverständlich nur nach Prüfung der Zulassung und Zweckbestimmung:
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Wespenschaum oder Hornissenschaum für die gezielte Nestbehandlung
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Kontaktinsektizide für Flugbereiche oder schwer erreichbare Öffnungen
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Pulverpräparate zur Behandlung von Hohlräumen oder Restnestern
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Schutzausrüstung und Atemschutz für Ihre eigene Sicherheit
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Absauggeräte & Teleskoplanzen für Einsätze in großer Höhe
Mittel gegen die Asiatische Hornisse
Diese Arbeitsmittel unterstützen ein kontrolliertes, sicheres Vorgehen, wie es in der professionellen Schädlingsbekämpfung erforderlich ist.
Wachsam bleiben & verantwortungsvoll handeln
Die Asiatische Hornisse wird Deutschland wohl nicht mehr verlassen. Umso wichtiger ist es, dass Fachbetriebe wissen, wie sie sicher und verantwortungsbewusst mit ihr umgehen. Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert eine genaue Identifikation, fundierte Planung, geeignete Mittel und lückenlose Dokumentation. Wer die Art früh erkennt und professionell beseitigt, schützt nicht nur Menschen und Bienen, sondern trägt auch aktiv zum Artenschutz bei.
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