Echter Hausschwamm: Die unsichtbare Gefahr
Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) zählt zu den gefährlichsten holzzerstörenden Pilzen in Mitteleuropa. Er ist für rund ein Drittel der pilzbedingten Gebäudeschäden verantwortlich. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den Echten Hausschwamm erkennen, welche Risiken von ihm ausgehen und welche Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen werden sollten.

Echten Hausschwamm erkennen
Der Echte Hausschwamm gehört zu den Braunfäulepilzen und befällt bevorzugt verbautes Holz. Er kann aber auch anorganisches Material wie Mauerwerk oder Putz durchdringen und Textilien, Papier oder Spanplatten beschädigen. Oft wächst der Echte Hausschwamm im Verborgenen und wird zunächst gar nicht bemerkt. Ein erster Hinweis können feuchte Stellen im Haus sein. Auch ein muffiger Geruch kann einen nicht sichtbaren Befall entlarven – Experten erkennen den charakteristischen Geruch meist bereits beim Betreten des Hauses. Darüber hinaus gehören folgende Merkmale zum charakteristischen Erscheinungsbild des Echten Hausschwamms.
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Braunfäule: Der Echte Hausschwamm zeigt sich typischerweise durch die Braunfäule des Holzes. Dabei wird das Holz brüchig und zersetzt sich, während der Pilz von innen nach außen voranschreitet. Bei einem fortgeschrittenen Befall durch den Hausschwamm kann das betroffene Holz oft mühelos mit den Händen zerdrückt werden, wobei der sogenannte Würfelbruch auftritt.
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Fruchtkörper: Der Fruchtkörper ist oft an verborgenen Stellen wie hinter Wandverkleidungen oder unter Fußböden zu finden. Er hat eine rot-braune Färbung mit einem weißen Rand, die Sporen sind rostbraun und können als feiner Staub auf Oberflächen sichtbar werden.
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Myzel: Das Myzel, also das Wurzelgeflecht des Pilzes, breitet sich in Strängen durch das Holz aus. Es hat eine weißliche, durchscheinende Farbe und ist samtig-weich. Die Myzelstränge sind teils meterlang.
Befürchten Sie einen Befall mit Echtem Hausschwamm? Sachverständige können eine Befalls- und Gefahrenabschätzung erstellen und das Ausmaß des Befalls prüfen. In den meisten Fällen können Fachfirmen den Echten Hausschwamm sicher identifizieren. Im Zweifelsfall werden Proben an unabhängige Prüfanstalten oder Labore geschickt, die molekularbiologische oder mikroskopische Untersuchungen anstellen. So wird sichergestellt, ob es sich um den Echten Hausschwamm oder einen anderen Gebäudepilz handelt.
In einigen Bundesländern ist ein Befall mit dem Echten Hausschwamm meldepflichtig.
Wachstum und Ausbreitung
Der Echte Hausschwamm benötigt zum Wachstum eine verhältnismäßig niedrige Holzfeuchtigkeit von 25% bis 60%. Optimal gedeiht er bei Temperaturen zwischen 18 und 22 °C. Ab 26 °C stellt der Pilz zwar sein Wachstum ein, kann aber im trockenen Zustand überdauern und wieder wachsen, sobald die Bedingungen stimmen. Der Pilz bevorzugt leicht feuchtes Mauerwerk und Holz, kann aber auch durch trockenes Mauerwerk wachsen, um an weitere Holzquellen zu gelangen. Dadurch kann er sich unbemerkt in einem ganzen Gebäude ausbreiten, was erhebliche Schäden verursacht. Insbesondere tragende Balken sollten daher regelmäßig auf Anzeichen eines Befalls geprüft werden. Liegt ein Befall vor, sollte der Echte Hausschwamm schnellstmöglich bekämpft werden, um größere Schäden und potenzielle Gefährdungen zu vermeiden.
Bekämpfung des Echten Hausschwamms: Regelsanierung mit Holzschutzmitteln gemäß DIN 68800-4 sowie ÖNORM B3802-4
Die Bekämpfung des Echten Hausschwamms erfordert eine sorgfältige und umfassende Vorgehensweise. Folgende Schritte sollten beachtet werden:
- Diagnose und Schadensumfang feststellen: Handelt es sich um den Echten Hausschwamm, ist es wichtig, den gesamten Umfang des Befalls zu ermitteln, da der Schwamm häufig im Verborgenen wächst. Auch Putz, Fugenmörtel, Mauerwerk und Hohlräume sollten sorgfältig auf Pilzdurchwachsungen untersucht werden.
- Entfernung des befallenen Materials: Oberflächenmyzel, Fruchtkörper und sichtbar befallene Hölzer müssen vollständig entfernt werden. Der nächste Schritt ist das sogenannte Gesundschneiden, bei dem mindestens 1 m über den letzten sichtbaren Befall in Längsrichtung abgetragen werden.
- Ordnungsgemäße Entsorgung: Entfernte Myzelien, Fruchtkörper, Holzteile, befallene Baustoffe und Bauteile müssen durch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen entsorgt werden.
- Mauerwerk trocknen: Um den Hausschwamm dauerhaft zu bekämpfen, muss die Feuchtigkeitsquelle identifiziert und beseitigt werden. Dies kann durch Abdichtungsmaßnahmen, das Einbringen von Horizontalsperren oder eine bessere Belüftung geschehen.
- Chemische Behandlung: Nach der Entfernung des befallenen Holzes sollte eine chemische Behandlung des verbleibenden Holzes und des Mauerwerks durchgeführt werden. Für das Mauerwerk stehen spezielle Schwammsperrmittel zur Verfügung, die das weitere Wachstum des Pilzes verhindern, für das Holz entsprechende Holzschutzmittel. Auch nicht befallene Hölzer im Sanierungsbereich sowie neu eingebaute Hölzer sollten mit einem Holzschutzmittel vorbeugend behandelt werden.
Im PPS Onlineshop finden Sie eine Auswahl an Holzschutzmitteln, die speziell für die Bekämpfung des Echten Hausschwamms nach DIN 68 800-4 sowie ÖNORM B3802-4 entwickelt wurden. Diese Produkte helfen Ihnen, Holz dauerhaft vor einem Befall zu schützen. Denn potentiell sind alle Häuser gefährdet, wenn die Bedingungen stimmen, nicht nur alte Häuser, wie oft angenommen.
Holzschutzmittel bei Befall durch holzzerstörende Pilze
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Vorbeugender Holzschutz gegen Hausschwamm
Der Einsatz von Holzschutzmitteln, die den Pilzbefall verhindern, ist besonders in gefährdeten Bereichen sinnvoll. Am häufigsten tritt ein Befall im Keller auf. Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gehören außerdem:
- Regelmäßiges Lüften von feuchten Kellern und anderen Räumen mit einer geringen Luftzirkulation, um hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden,
- Gezieltes Heizen, um ein trockenes und warmes Raumklima zu schaffen,
- Wasserschäden zügig und vollständig beheben, damit keine Restfeuchte bleibt.
Wer den Echten Hausschwamm kennt, kann gezielte und effektive Vorbeugungsmaßnahmen ergreifen und weiß, was im Ernstfall zu tun ist. Dieser Artikel bietet einen Einstieg in die Materie. In unseren Fachseminaren vertiefen wir diese Kenntnisse und vermitteln praxisorientierte Lösungen für einen nachhaltigen, vorbeugenden und bekämpfenden Holzschutz. Investieren Sie in Ihr Wissen, um die Langlebigkeit von Holzstrukturen zu gewährleisten und die Gefahr von holzzerstörenden Pilzen zu minimieren.
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