Holzschädlinge erkennen und bekämpfen

Holzzerstörende Insekten: Welche Holzschädlinge gibt es?
Im Bereich der holzzerstörenden Insekten wird zwischen Frischholzinsekten, Faulholzinsekten, Feuchtholzinsekten und Trockenholzinsekten unterschieden. Insbesondere die letztgenannten können große Schäden an verbautem Holz anrichten, sei es in Möbeln, Dachkonstruktionen oder Holzhäusern. Folgende holzschädigende Insekten sollten Sie kennen:
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Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus): Hausbockkäfer lieben warme Temperaturen über 30 °C und sind entsprechend in den Sommermonaten aktiv. Der Befall bleibt häufig lange unerkannt, da die Larven den äußersten Rand des Holzes unversehrt lassen.
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Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum): Die Larven des Nagekäfers befallen bevorzugt getrocknetes und verbautes Holz in kühlen, feuchten Räumen. Holzmehl zeigt einen Befall an.
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Brauner Splintholzkäfer (Lyctus brunneus): Der braune Splintholzkäfer stammt ursprünglich aus Südostasien und tritt in unseren Gefilden in Laubholz wie Eiche, Esche und Ulme auf. Er schätzt Temperaturen zwischen 26 und 27°C sowie eine Holzfeuchte von 16%.
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Gescheckter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum): Als sogenannter Sekundärschädling befällt der gescheckte Nagekäfer Holz, das bereits durch holzzerstörende Pilze vorgeschädigt wurde. Ein Befall kann sich durch eigentümliche Klopfgeräusche im Holz äußern.
Wachstumsvoraussetzungen für Holzschädlinge
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Feuchtigkeit:
Damit sich die Larven von holzzerstörenden Insekten entwickeln können, benötigen sie ein gewisses Maß an Feuchtigkeit. Die minimale Holzfeuchtigkeit für die in unseren Breitengraden wichtigsten Trockenholzinsekten liegt zwischen acht Prozent bis 12 Prozent. Das bedeutet, dass rein konstruktive Maßnahmen, beispielsweise das Trockenhalten, meist nicht ausreichen, um das Holz vor einem Befall durch Insekten zu schützen. Unter diesem Gesichtspunkt rückt der vorbeugende Holzschutz in den Fokus. -
Temperatur:
Auch die Temperatur spielt eine Rolle bei der Entwicklung von Larven. Die bevorzugten Temperaturbereiche holzzerstörender Insekten unterscheiden sich allerdings stark. So liebt die Hausbocklarve warme Temperaturen zwischen 28 °C und 30 °C, während Nagekäferlarven ihre Entwicklung bei solch einer Wärme bereits einstellen.
Holzschädlinge bestimmen: Holzschädlinge, Käfer, Bilder
Um effektive Bekämpfungsstrategien zu entwickeln, ist eine genaue Bestimmung der Holzschädlinge entscheidend. Die Identifizierung der holzzerstörenden Insekten anhand von Bildern ist dabei eine wertvolle Methode. Ebenso kann das befallene Holz anhand der Ausfluglöcher und Fraßgänge Aufschluss über die Art des Holzschädlings geben.
Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus)

Der Körper und die Flügeldecken sind schwarz bis schwarz-braun. Der Halsschild mit zwei glänzend schwarzen Schwielen und gelblich-weißer Querbinde ist stark behaart. Ausgewachsene Käfer sind ca. 8–20 mm lang, wobei die Weibchen deutlich größer als die Männchen sind.

Die Larven des Hausbocks sind elfenbeinfarbig und haben rotbraune Beißzangen. Ihre Länge beträgt ca. 15 bis 30 mm. Ihre Entwicklungszeit im Holz kann sich über einen Zeitraum von drei bis 12 Jahren erstrecken.
Hausbockkäfer Schadensbild: Fraßgänge

Hausbockkäfer legen ihre Eier in Risse und Ritzen von verbautem Nadelholz. Die Larven entwickeln sich gut in warmen, sonnenbeschienen Dachstöcken, Dielen oder anderen festen Einbauten. Häufig wird ein Befall erst an den ovalen Ausfluglöchern mit einem Durchmesser von 5 bis 10 mm erkannt, denn das Bohrmehl verbleibt zusammen mit Kot eng gepackt in den Gängen des Käfers.
Hausbockkäfer Schadensbild: Schlupflöcher

Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum)

Der Körper des gewöhnlichen Nagekäfers, auch Holzwurm genannt, ist dunkelbraun bis schwarz und hat Längsstreifen auf den Flügeldecken. Der Halsschild reicht bis über den Kopf. Der gewöhnliche Nagekäfer erreicht eine Länge von ca. 2,5 bis 4,5 mm.
Larve des gewöhnlichen Nagekäfers

Die Larven sind 4-6 mm lang, gelblich-weiß, gekrümmt und haben drei Beinpaare. Sie benötigen im Holz ca. 2 bis 8 Jahre, bis sie vollständig entwickelt sind. Der Anobium punctatum ist einer der häufigsten einheimischen Holzschädlinge. Der Nagekäfer kann Nadel- und Laubhölzer befallen, sofern die Holzfeuchtigkeit mindestens 10 Prozent beträgt.
Gewöhnlicher Nagekäfer: Schadensbild

Das Weibchen legt seine Eier in Ritzen, Spalten oder alte Bohrlöcher. Optimale Bedingungen findet der Nagekäfer in feuchten Räumlichkeiten, beispielsweise Kellern. Ebenso ist er gefährlich für Kunstobjekte, Möbel, Instrumente sowie Dachkonstruktionen und Stallungen. Kreisrunde Bohrlöcher von 1 bis 2 mm und Spuren von Bohrmehl können ein Hinweis auf den Befall sein.
Brauner Splintholzkäfer (Lyctus brunneus)

Der kastanienbraune Körper des Braunen Splintholzkäfers ist flach und hat eine stäbchenartige Form. Ausgewachsene Exemplare werden ca. 3 bis 6 mm lang.
Larve des Braunen Splintholzkäfers

Die Larven sind elfenbeinfarbig, wobei ihr Darminhalt durchschimmert. Sie werden 4 bis 6 mm groß und entwickeln sich im Holz in 8 bis 12 Monaten.
Der Braune Splintholzkäfer bevorzugt eigentlich großporige, tropische Hölzer. In unseren Gefilden nimmt das holzzerstörende Insekt mit Laubhölzern, wie der Eiche, Esche, Ulme oder Kastanie vorlieb und nutzt feine Risse und Spalten zur Eiablage. Auch kunsthistorische Objekte, Vitrinen oder Bilderrahmen sind vor dem eingeschleppten Käfer nicht sicher. Der Befall wird anhand der runden Ausfluglöcher mit einem Durchmesser von 0,8 bis 2 mm erkennbar, die Gänge sind fest verstopft mit einem pudrigen Bohrmehl.
Brauner Splintholzkäfer: Schadensbild

Gescheckter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum)

Der Körper des gescheckten Nagekäfers ist dunkelbraun mit ungleichmäßig verteilten, scheckigen gelbgrauen Haarflecken auf dem Halsschild und den Flügeldecken. Die Hinterecken des Halsschildes sind deutlich nach außen gebogen. Die Exemplare werden ca. 4 bis 7 mm groß.
Larve des gescheckten Nagekäfers

Die ovalen Eier des Käfers sind 0,6 bis 0,7 mm lang und weißlich gefärbt. Die Larven sind beigefarben und ihre Mundwerkzeuge schwarz. Sie haben drei Brustbeinpaare und werden bis zu 11 mm lang.
Schlupflöcher des gescheckten Nagekäfers

Am liebsten befällt der Käfer durch Pilze vorgeschädigtes Eichenholz mit einer minimalen Feuchte von 14 Prozent. Die Entwicklungszeit der Larven beträgt 2 bis 3 Jahre. Wer genau hinhört, kann die Männchen während der Paarungszeit im Holz klopfen hören. Dieses charakteristische Geräusch wurde früher vielfach als schlechtes Omen angesehen und brachte dem Käfer die volkstümliche Bezeichnung “Totenuhr” ein.
Holzschädlinge bekämpfen
Da holzzerstörende Insekten verheerenden Schaden anrichten können, ist insbesondere der vorbeugende Schutz von großer Bedeutung. Möbel oder Bauteile sollten aus trockenem Holz gefertigt werden. Thermische Verfahren können die Widerstandsfähigkeit des Baustoffs erhöhen. Zudem ist es empfehlenswert, bereits beim Bau auf das härtere Kernholz zu setzen, da sich Holzschädlinge am liebsten in das eiweißreiche, weichere Splintholz bohren.
Sollte ein Befall festgestellt werden, greift der bekämpfende Holzschutz. In DIN 68800 ist genau geregelt, welche Maßnahmen bei einem Befall mit Trockenholzinsekten ergriffen werden dürfen und sollten. Zunächst einmal gilt es, die Schädlingsart zu bestimmen und den Umfang des Befalls einzuschätzen. Im Anschluss kann ein erfahrener und qualifizierter Fachbetrieb für Holzschutz ein Angebot sowie eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen aussprechen. Dies können sowohl thermische als auch chemische Verfahren sein. Insbesondere wenn die Tragfähigkeit eines Bauwerks beeinträchtigt sein könnte, sollte ein Tragwerksplaner hinzugezogen werden.
Im PPS Onlineshop für Fachanwender finden Sie im Bereich des chemischen Holzschutzes zahlreiche Holzschutzmittel gegen Hausbock-, Nage- und Splintholzkäfer zur Bekämpfung (Ib) und Vorbeugung (Iv) nach DIN 68800 Teil 3 und 4 sowie ÖNorm B3802 Teil 3 und 4. Behandelte Hölzer sind dauerhaft vor einem Neubefall geschützt.
Holzschutzmittel bei Befall durch holzzerstörende Insekten:
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