Schädlingsmanagement & HACCP in der Gastronomie

Lebensmittel, Wärme, Feuchtigkeit und ein stetiger Warenverkehr schaffen in gastronomischen Betrieben Bedingungen, die auch für Schädlinge attraktiv sind. Für Restaurants, Großküchen, Kantinen oder Cateringbetriebe gehört ein funktionierendes Schädlingsmanagement deshalb zu den grundlegenden Hygienemaßnahmen. Häufig fällt in diesem Zusammenhang sofort das Stichwort HACCP. Doch was fordert ein HACCP Konzept tatsächlich und welche Rolle spielt die professionelle Schädlingsbekämpfung dabei?

HACCP schreibt weder eine bestimmte Anzahl an Köderstationen noch starre Kontrollintervalle vor. Gefordert wird vielmehr ein nachvollziehbares, risikoorientiertes System, mit dem Gefahren für Lebensmittel erkannt, beherrscht und dokumentiert werden.

Verschiedene Lebensmittel zur Prüfung von HACCP

HACCP: Die Grundlage für sichere Lebensmittel

HACCP steht für „Hazard Analysis and Critical Control Point“, also Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte. Das Konzept geht auf die Grundsätze des Codex Alimentarius zurück und soll Risiken für die Lebensmittelsicherheit frühzeitig erkennen und kontrollierbar machen.

Schaubild zu HACCP

Die zentrale rechtliche Grundlage innerhalb der Europäischen Union ist die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene. Sie gilt seit Januar 2006 und verpflichtet Lebensmittelunternehmen dazu, Verfahren einzurichten, durchzuführen und aufrechtzuerhalten, die auf den HACCP Grundsätzen beruhen. Dazu gehören unter anderem die Identifikation möglicher Gefahren, die Bestimmung der kritischen Kontrollpunkte, die Festlegung kritischer Grenzwerte sowie Überwachung, Korrekturmaßnahmen und Dokumentation.

Für die Gastronomie bedeutet das: Wer mit Lebensmitteln umgeht, trägt selbst die Verantwortung dafür, dass die gesetzlichen Anforderungen eingehalten und Lebensmittel vor gesundheitlich relevanten Kontaminationen geschützt werden.

Schädlingsbekämpfung ist Pflicht, aber nicht automatisch ein CCP

Beim Thema HACCP entsteht häufig der Eindruck, jeder Köderpunkt oder jede Insektenfalle müsse Teil der kritischen Kontrollpunkte des HACCP Plans sein. So pauschal ist es allerdings nicht anzuwenden.

Die EU Verordnung fordert zusätzlich zu den HACCP Verfahren ausdrücklich, dass angemessene Verfahren zur Kontrolle von Schädlingen vorhanden sein müssen. Lebensmittel müssen während der Herstellung, Verarbeitung, Lagerung und Abgabe vor Kontamination geschützt werden.

Kartoffeln an denen Schädlingsbefall mit Lupe untersucht wird

In der Praxis gehört Schädlingsmanagement damit meist zu den grundlegenden Hygienemaßnahmen, auf denen ein funktionierendes HACCP System aufbaut. Ob ein bestimmter Bereich tatsächlich als Critical Control Point eingestuft werden muss, ergibt sich aus der individuellen HACCP Gefahrenanalyse.

Ein Beispiel: Die routinemäßige Überwachung von Mäusen in einem Lagerraum ist nicht automatisch ein CCP. Besteht jedoch an einer bestimmten Stelle ein besonderes Kontaminationsrisiko, muss dieses im betrieblichen Kontrollsystem entsprechend berücksichtigt werden.

Mäuse und Ratten im Gebäude: Unterschiede & Bekämpfung

Mehr lesen

Für professionelle Schädlingsbekämpfer bedeutet das vor allem eines: Das Konzept sollte sich am realen Risiko des Betriebs orientieren und nicht lediglich aus einem schematisch übernommenen Fallenplan bestehen.

Am Anfang steht die Gefahrenanalyse

Ein fachgerechtes Schädlingsmanagement beginnt deshalb mit einer Bestandsaufnahme. Welche Schädlinge sind aufgrund der Betriebsstruktur realistisch? Wo bestehen Eintrittsmöglichkeiten? Welche Bereiche sind besonders sensibel?

In gastronomischen Betrieben verdienen unter anderem folgende Punkte besondere Aufmerksamkeit:

  • Warenannahme und Lagerräume

  • Küchen und Bereiche der Lebensmittelzubereitung

  • Kühlräume und Vorratslager

  • Abfalllagerung und Entsorgungsbereiche

  • Leitungsdurchführungen, Schächte und Hohlräume

  • Türen, Fenster und andere Zugänge

  • Außenbereiche mit möglichem Nagerdruck

Auch die Betriebshistorie spielt eine Rolle. Wiederkehrende Schabenaktivität erfordert beispielsweise ein anderes Monitoring als ein Betrieb, bei dem vor allem saisonaler Fliegendruck oder eine mögliche Zuwanderung von Nagern über Außenbereiche relevant ist.

Insektenfallen richtig einsetzen: Für Fliegen, Mücken & Motten

Mehr erfahren

Erst aus dieser Gefahrenbewertung lässt sich ableiten, welche Kontrollpunkte sinnvoll sind und in welchen Intervallen sie überprüft werden sollten.

Monitoring statt Reaktion auf den sichtbaren Befall

Ein HACCP orientiertes Schädlingsmanagement sollte nicht erst beginnen, wenn Mitarbeiter eine Maus in der Küche oder Schaben im Lager entdecken. Entscheidend ist die Früherkennung.

Bei Nagern können dafür gesicherte Monitoringstationen mit wirkstofffreien Ködern eingesetzt werden. Fraßspuren oder andere Aktivitätsmerkmale liefern Hinweise darauf, ob Handlungsbedarf besteht. PPS führt beispielsweise eine von HACCP International zertifizierte Monitoring Paste zur Früherkennung von Ratten und Hausmäusen sowie unterschiedliche Nagerköderstationen für gewerbliche und lebensmittelnahe Bereiche.

Professionelle Monitoring-Lösungen für Nager

nagtag® TRAC CAP

nagtag

nagtag® TRAC CAP

NZ3053-KVP

Monitoring Paste 3 kg

BASF Pest Control Solutions

Monitoring Paste 3 kg

NKP3530

IQ Pulse Mouse

Bell Laboratories Inc.

IQ Pulse Mouse

NM3643

CAMRO Schlagfallen-Tunnel Ratte

CAMRO Schlagfallen-Tunnel Ratte

NFZ3617

nagtag® Nagerköderstation Maus "Visier"

nagtag

nagtag® Nagerköderstation Maus "Visier"

NB3537

Für Fluginsekten bieten sich in sensiblen Innenbereichen vor allem UV-Geräte mit Klebefolien an. Die Fänge bleiben auf der Folie erhalten und können bei der Kontrolle ausgewertet und dokumentiert werden. Gerade in der Lebensmittelverarbeitung ist das gegenüber Geräten mit Stromgitter von Vorteil, um die Produktion schädlingsfrei zu halten. PPS bietet hierfür unterschiedliche UV-LED-Klebefoliengeräte für professionelle Anwendungen an.

Professionelle Lösungen gegen Insekten

infiniti™ 2 AQUA LED Klebefoliengerät

Pelsis

infiniti™ 2 AQUA LED Klebefoliengerät

IFE4070-AQ

Flytrap™ 30 LED AQUA

Pelsis

Flytrap™ 30 LED AQUA

IFE4789-AQ

finicon® Insekten Klebefalle 3-teilig DETEKTIERBAR

finicon

finicon® Insekten Klebefalle 3-teilig DETEKTIERBAR

IF4883

FINICON X-trap 50 LED

FINICON X-trap 50 LED

IFE4173-LED

FINICON i-trap 30 LED

finicon

FINICON i-trap 30 LED

IFE4867-LED

Auch Schaben und andere kriechende Insekten sollten über geeignete Monitore erfasst werden. Entscheidend ist dabei nicht allein, dass der Schädling gefunden wird, sondern auch wo, wann und in welcher Intensität Aktivität auftritt.

Dokumentation macht aus Kontrolle ein System

Für die betriebseigenen Kontrollen ist die Dokumentation ein zentraler Bestandteil. Die Verordnung verlangt Aufzeichnungen in einem Umfang, der zu Art und Größe des Lebensmittelbetriebs passt. Ein einheitlicher, für jeden Gastronomiebetrieb identischer HACCP Plan ist daher nicht vorgeschrieben.

Im Schädlingsmanagement sollte nachvollziehbar sein:

  • wo Monitoringpunkte eingerichtet sind

  • wann und mit welchem Ergebnis sie kontrolliert wurden

  • welche Schädlingsaktivitäten festgestellt wurden

  • welche Maßnahmen daraufhin erfolgt sind

  • ob bauliche oder hygienische Ursachen erkannt wurden

  • ob die Maßnahmen anschließend erfolgreich waren

Ein Lageplan mit nummerierten Kontrollpunkten erleichtert dabei nicht nur die regelmäßige Kontrolle. Er macht Veränderungen im Befallsbild über einen längeren Zeitraum sichtbar und schafft eine belastbare Grundlage für Audits oder Kontrollen durch Behörden.

Bekämpfung allein reicht nicht aus

Ein dauerhaft funktionierendes System verbindet Monitoring und Bekämpfung mit Prävention. Lebensmittelreste, offene Abfallbehälter, defekte Türdichtungen oder unverschlossene Leitungsdurchführungen können dafür sorgen, dass ein Befall trotz regelmäßiger Behandlung immer wieder auftritt.

Professionelles Schädlingsmanagement bedeutet deshalb auch, solche Schwachstellen zu erkennen und an den gastronomischen Betrieb zurückzumelden. Je nach Situation können bauliche Abdichtung, verbesserte Reinigung, veränderte Lagerung oder eine Anpassung des Monitorings wirkungsvoller sein als der wiederholte Einsatz eines Bekämpfungsmittels.

Vorratsschädlinge bekämpfen: Kornkäfer, Mehlmotten & Co.

Jetzt informieren

Auch das entspricht dem Grundgedanken des HACCP Systems: Risiken sollten möglichst kontrolliert werden, bevor daraus eine konkrete Gefahr für Lebensmittel entsteht.

HACCP in der Gastronomie: Risikoorientiert statt nach Schema

HACCP Richtlinien werden in der Praxis häufig mit umfangreichen Checklisten und Dokumentationspflichten verbunden. Entscheidend ist jedoch nicht die Menge der Unterlagen, sondern ob das System die tatsächlichen Risiken des Betriebs erfasst und geeignete Maßnahmen daraus ableitet.

Für professionelle Schädlingsbekämpfer eröffnet sich hier eine wichtige Beratungsaufgabe. Ein durchdachtes Monitoring, geeignete Kontrolltechnik, eine nachvollziehbare Dokumentation und klare Empfehlungen zur Prävention unterstützen Gastronomiebetriebe dabei, ihre Hygienepflichten zuverlässig umzusetzen.

Für die professionelle Überwachung und Bekämpfung finden Sie bei PPS ein breites Sortiment an Produkten für Nager, Schaben, Fluginsekten und weitere relevante Schädlinge. Bei Fragen zur passenden Ausstattung oder zu konkreten Produkten unterstützt Sie unser Kundenservice gerne persönlich unter 07021 953890.

FAQ – Häufige Fragen zu HACCP

HACCP fordert kein starres Schema für die Schädlingsbekämpfung. Gastronomiebetriebe müssen jedoch hygienische Risiken erkennen, bewerten und geeignete Maßnahmen zur Beherrschung dieser Risiken festlegen. Dazu gehört auch ein angemessenes Schädlingsmanagement. In der Praxis umfasst dieses vor allem Prävention, regelmäßiges Monitoring, dokumentierte Kontrollen und geeignete Maßnahmen bei festgestellter Schädlingsaktivität. Umfang und Kontrollintervalle sollten sich am individuellen Risiko des Betriebs orientieren.

Schädlingsmanagement ist ein wichtiger Bestandteil der betrieblichen Lebensmittelhygiene und unterstützt die Umsetzung eines HACCP-Konzepts. Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 verlangt zum einen HACCP-basierte Verfahren und zum anderen angemessene Maßnahmen zur Schädlingskontrolle. Schädlingsprävention und Monitoring bilden damit eine wichtige Grundlage dafür, Kontaminationsrisiken für Lebensmittel frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Nein. Eine Köderstation, Klebefalle oder ein anderer Monitoringpunkt ist nicht automatisch ein Critical Control Point, kurz CCP. Ob ein kritischer Kontrollpunkt vorliegt, wird im Rahmen der HACCP-Gefahrenanalyse bestimmt. Viele Maßnahmen des Schädlingsmonitorings zählen vielmehr zu den grundlegenden Hygienemaßnahmen. Entscheidend ist, welche konkrete Gefahr besteht und wie diese im jeweiligen Betrieb wirksam kontrolliert werden kann.

Die Dokumentation sollte nachvollziehbar zeigen, wo kontrolliert wurde, wann die Kontrolle stattgefunden hat, welche Schädlingsaktivitäten festgestellt wurden und welche Maßnahmen daraus folgten. Sinnvoll sind nummerierte Monitoringpunkte in einem Lageplan sowie fortlaufende Kontrollaufzeichnungen. Auch Befallsentwicklung, Ursachen, Korrekturmaßnahmen und deren Erfolg sollten dokumentiert werden. So lässt sich das Schädlingsmanagement bei internen Prüfungen, Audits oder behördlichen Kontrollen nachvollziehbar darstellen.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.